Anna Becker kennt sich mit Geld aus: Sie arbeitete 15 Jahre lang als Bankerin bei Citigroup und Barclays.
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Wie verdienen Banken ihr Geld?
Jedes Mal, wenn Sie einen Vertrag mit einer Bank abschließen, verdient die Bank Geld. Becker stellt daher alles infrage, womit Banken Gewinne erzielen.
💰 Sparkonten
Dazu gehören auch klassische Sparbücher. Die Zinsen sind niedrig, und das Geld liegt oft sehr lange auf diesen Konten.
Die Bank kann damit nahezu unbegrenzt arbeiten und verdient deutlich mehr, als sie Ihnen auszahlt.
Wer noch bei einer traditionellen Filialbank ist, sollte über einen Wechsel zu einer Onlinebank nachdenken.
Filialnetze sind teuer (Personal, Miete), während Onlinebanken diese Kosten sparen – und deshalb oft bessere Konditionen anbieten.
💳 Konsumentenkredite
Wenn Sie Geld benötigen, vermeiden Sie Kreditkarten so gut wie möglich.
Kurzfristige Kredite sind häufig mit sehr hohen Zinssätzen verbunden. Auch Dispositionskredite können mit 16 {48905fe18ce8e002ca9626e16e6bc9f594a04342911ac0a4e7ee4840658e46fd} Zinsen oder mehr belastet werden. Versuchen Sie, diese zu umgehen.
📈 Börsenmakler
Auch wenn die Werbung etwas anderes verspricht: Broker betreiben keine Finanzplanung.
Sie leben von Provisionen pro Transaktion. Jedes Mal, wenn Sie eine Website besuchen oder eine Filiale betreten, werden Sie – mehr oder weniger subtil – zum Handeln animiert.
Keine Sorge: Niemand kann Sie dazu zwingen. Kaufen Sie nur, wenn Sie sicher sind und selbst recherchiert haben.
Vorsicht bei Werbebriefen mit Angeboten
Haben Sie kürzlich wieder ein Werbeschreiben Ihrer Bank erhalten?
Mit angeblich besonders günstigen Kredit- oder Sparangeboten?
👉 Seien Sie vorsichtig.
Solche Angebote sind oft nicht die besten, die Ihre Bank tatsächlich anbieten kann.
Die besten Angebote sind für Neukunden gedacht
Banken konkurrieren ständig um neue Kunden. Deshalb locken sie Neukunden mit attraktiven Konditionen und Boni, besonders wenn jemand bereit ist, die Bank zu wechseln.
Diese Angebote gelten meist nicht für Bestandskunden, da diese nicht aktiv angeworben werden müssen.
Wenn Sie Ihrer Bank vertrauen, kann es passieren, dass man Ihnen teurere Produkte verkauft.
👉 Prüfen Sie in diesem Fall, ob die Preise dem marktüblichen Niveau entsprechen.
Seien Sie ehrlich zu sich selbst und denken Sie langfristig
Aus Bequemlichkeit bleiben viele Menschen bei alten Konten, Verträgen und Produkten.
Ein Anbieterwechsel erfordert Aufwand – das schreckt ab.
Wenn Becker ein neues Produkt sucht, achtet sie zuerst auf langfristige Kriterien.
Kurzfristige Boni sind für sie kein ausreichender Grund, zum Beispiel das Girokonto zu wechseln.
Vermeiden Sie Zusatzversicherungen
Banken bieten häufig Versicherungen oder Bausparverträge „zusätzlich“ zu Kreditkarten oder Krediten an.
Berater stellen dies gern als Sicherheitsmaßnahme dar.
Diese Praxis nennt sich Cross-Selling – und ist für Banken extrem lukrativ.
Laut Becker verdienen Banken mit sogenannten Restschuldversicherungen rund 30 {48905fe18ce8e002ca9626e16e6bc9f594a04342911ac0a4e7ee4840658e46fd} mehr als mit dem Kredit selbst.
Seien Sie skeptisch bei Aussagen wie:
„Für weniger als eine Tasse Kaffee pro Tag müssen Sie und Ihre Familie sich keine Sorgen mehr machen.“
👉 Besser ist eine separate, vollwertige Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung, die diese Risiken wirklich abdeckt.
Mit Karte zahlen heißt: mehr ausgeben – auch bei Ihnen
Die Deutschen lieben Bargeld – und geben damit nachweislich weniger Geld aus als beim Kartenzahlen.
Studien zeigen:
Beim Bezahlen mit Bargeld wird das Schmerzzentrum im Gehirn aktiviert, sobald wir Scheine und Münzen aus der Hand geben.
Die Deutsche Becker verhält sich deshalb „sehr deutsch“ und zahlt viele Rechnungen bar –
um ihre Ausgaben besser zu kontrollieren.
Schreien Sie nicht Mitarbeiter an
Noch schlimmer als ein Werbebrief ist ein Anruf aus dem Callcenter.
Aber bitte: Bleiben Sie freundlich.
Nicht nur, weil viele Mitarbeiter unter schlechten Bedingungen für Mindestlohn arbeiten.
Nicht nur, weil sie nichts für Ihren Ärger können.
Sondern vor allem, weil sie Ihnen entgegenkommen können.
Viele besitzen einen gewissen Handlungsspielraum und sind durchaus in der Lage, bessere Konditionen anzubieten.
Ärger mit der Bank? Drohen Sie mit einem Wechsel!
In Callcentern gibt es sogenannte delegierte Befugnisse.
Ein normaler Mitarbeiter kann z. B. verspätete Zahlungen genehmigen – Manager können jedoch noch viel mehr.
Diese bleiben meist im Hintergrund.
Um mit ihnen zu sprechen, reicht oft schon die ernsthafte Androhung einer Kündigung.
👉 Lassen Sie sich nicht abwimmeln und zeigen Sie, dass Sie wirklich bereit sind zu gehen.
Oft erhalten Sie daraufhin sehr schnell bessere Angebote.
Dieser Tipp gilt übrigens auch für:
-
Mobilfunkanbieter
-
Internet- und TV-Anbieter
Ein Vertragscheck kann hier viel Geld sparen.
Nur weil die Bank es erlaubt, heißt das nicht, dass Sie es sich leisten können
Dass Ihr Kreditrahmen noch nicht ausgeschöpft ist, bedeutet nicht, dass Sie ihn nutzen sollten.
Das bereichert vor allem die Bank.
Verspätete Zahlungen erhöhen Ihre Kosten zusätzlich.
👉 Die Bank denkt nicht an Sie, nicht an Ihre Ersparnisse und nicht an Ihre Rente –
sondern an ihren eigenen Gewinn.
Wenn Sie es nicht verstehen: Kaufen Sie es nicht
Berater verkaufen gern komplexe Produkte.
Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen – egal wie „dumm“ sie wirken.
👉 Dumm ist nur, nicht zu fragen.
Kaufen Sie nichts, was Sie nicht verstehen.
Komplexität ist der Feind des Verständnisses – und damit der Feind des Kunden.
Ein Beispiel sind Kredite mit niedrigen, aber variablen Zinssätzen.
Viele Menschen wissen nicht, wie stark sich Raten und Zinsen erhöhen können.
Übrigens: Genau solche Kredite trugen wesentlich zur Finanzkrise 2008 bei.